...fotografiere ich nur noch gelegentlich, allerdings gibt es Situationen, wo ich nicht darauf verzichten will. Film hat seinen eigenen Look, einen großen Dynamik und Kontrastumfang, aber auch eine ganz andere, besondere Eigenschaft: ...es besitzt Korn. Filmkorn lässt sich nur sehr schwer digital nachempfinden, und das Rauschen eines Sensors ist nun einmal nicht das gleiche!
Wer vorzugsweise mit Farbfilm fotografiert, der wird das Korn eher als störend empfinden (nicht umsonst wird der neue KODAK EKTAR 100 mit dem kleinsten Filmkorn der Welt beworben, - mehr dazu unter 'Filme im Test') allerdings wird in der S/W Fotografie ein gutes Korn sehr geschätzt. Hier ist es nicht selten ein Stilmittel, oder sogar Erkennungs- merkmal. Ganz speziell in der klassischen Mittelformatfotografie wird darauf geschworen, auch wenn hier digitale Kameramodelle eine Modernisierung einläuten, die allerdings sehr zu Lasten der Geldbörse geht. Ganz anders sieht es bei einfachen Spiegelreflexkamers aus, da ist es durch den großen Siegeszug der digitalen zu einem Preissturz gekommen, der das Ganze sehr erschwinglich macht... .
oben: Fußgängerpassage in Monaco, aufgenommen auf einem AGFA APX 100 Professional S/W Film
analoge und digitale S/W Fotografie:
Die analoge Schwarzweiß-Fotografie war im Vergleich zur digitalen meist pure Handarbeit. Die damit verbundene individuelle Steuerung von Tonwerten und Kontrasten eine hohe Kunst. An die Stelle von Entwicklerdose und Vergroßerer ist inzwischen die Bildbearbeitung am Computer getreten. Einen überzeugenden Schwarzweiß-Stil erhält man aber auch da nicht per Knopfdruck. Viel Zeit und Fingerspitzengefühl ist notwendig, um ansehliche Ergebnisse zu erzielen. Lange Zeit habe ich mich damit beschäftigt, einen optimalen Workflow zu finden und noch heute bin ich mir nicht sicher, ob dieser der analogen Fotografie das Wasser reichen kann? Wer immer die Zeit und Hingabe aufwendet, um konsequent analog zu Arbeiten, hat große Anerkennung verdient. Viele analoge Fotografen vor dem digitalen Zeitalter haben großes geleistet, und all zu oft gerät ihre Arbeit in Vergessenheit, doch: Was wäre die Fotografie ohne sie heute?

Vorteile analoger Fotografie:
- sie ist ein unschlagbarer Klassiker
- Filme sind flexiebler gegenüber Fehlbelichtungen
- bessere Farbwiedergabe
- der eine mag es, der andere nicht: echtes Filmkorn ist sehr originell
- Dias sind schöner als jeder Pixelbrei
- erst ein Bild auf Papier darf sich wirklich Foto nennen
- man kann noch richtige Fotoalben herum zeigen
- analoge Kameras sind unempfindlicher gegenüber Staub
- es geht mehr um das fotografieren, und weniger um die Technik
- für Anfänger sehr einsteigerfreundlich, keine Kosten für Software
- die Qualität der Aufnahmen wird durch eine digitale nicht gleich besser
- die Spannung bleibt, da man das Ergebnis nicht gleich sieht
- Fotretusche wird vom Fachlabor erledigt
- man verbringt nicht hunderte Stunden vorm eigenen PC
- man lässt sich mehr Zeit
- es ist irgendwie Liebe zum Detail